Oracle Lizenzierung
1. Lizenztypen
Full Use
bezeichnet die unveränderte Programmversion mit allen verfügbaren Funktionen. Auf einer Full-Use-Lizenz darf der Endkunde beliebigviele Anwendungen fahren und mit marktüblichen Tools selbst programmieren.
ASFU "Anwendungsspezifische Full Use"
bezeichnet eine Programmversion, die nur zusammen mit einem spezifischen Anwendungsprogramm eines Applikations-herstellers genutzt werden darf.
2. Lizenz Metrik
Named User Plus
bezeichnet eine Person, die zur Nutzung der auf einem einzelnen Server oder mehreren Servern installierten Programme ermächtigt wurde – unabhängig davon, ob diese Person die Programme zu einem beliebigen Zeitpunkt auch tatsächlich aktiv nutzt. Ein maschinell betriebenes Gerät wird zusätzlich zu allen Personen, die zur Nutzung der Programme berechtigt sind, als ein Named User Plus gezählt, wenn das Gerät auf die Programme zugreifen kann. Falls Multiplex Hardware oder Software (z. B. ein TP-Monitor oder ein Web-Server-Produkt) eingesetzt wird, muss diese Zahl am Multiplex-Front- End gemessen werden. Automatisierte Batchverarbeitung von Daten von einem zum anderen Computer ist gestattet. In der Regel sind bei Oracle Produkten Benutzerminima zu berücksichtigen.
Auszugsweise:
- Oracle Database Standard Edition ONE, Oracle Database Standard Edition: 5 Named User Plus
- Oracle Database Enterprise Edition: 25 Named User Plus pro Prozessor
- Application Server Produkte: 10 Named User Plus pro Prozessor, Oracle Application Server Standard
Prozessor
bezeichnet alle Prozessoren, auf denen die Oracle Programme installiert sind und/oder ablaufen. Auf Programme, die auf Prozessor-Basis lizenziert sind, dürfen interne User (inklusive Beauftragte und Auftragnehmer) und externe dritte User zugreifen.
Berechnung bei Multicore Prozessoren
Zur Berechnung der Zahl an Prozessoren, die lizenziert werden müssen, werden im Falle von Multicore Chips "n" Prozessorkerne durch Multiplizieren der Gesamtzahl aller Kerne mit dem Plattformfaktor bestimmt.
Dieser kann der Tabelle unter nachfolgendem Link entnommen werden: http://www.oracle.com/us/corporate/contracts/ license-service-agreement/index.html
Alle dort nicht aufgeführten Modelle erhalten den Plattformfaktor 1,0. rd Edition ONE: 5 Named User Plus
Ausnahme:
Bei der Standard Edition ONE und Standard Edition werden nur die Steckplätze, genannt Sockets unabhängig von der Anzahl der Prozessorcores lizenziert.
3. Lizenzlaufzeiten
Oracle bietet zeitlich befristete (Miete) und zeitlich unbefristete (perpetual) Lizenzen an. Bei befristeten Lizenzen endet die Lizenz nach Ablauf der Zeit automatisch.
Falls die Oracle-Umgebung dann weiter betrieben werden soll, muss eine neue Lizenz gekauft werden. Generell ist auch eine Mischung möglich: z. B. kann die Datenbank perpetual lizenziert werden, das Entwicklungstool (z. B. Internet Developer Suite) nur für 2 Jahre. Ebenso wie bei zeitlich unbefristeten Lizenzen empfehlen wir auch bei befristeten Lizenzen den Abschluss eines Supportvertrags. Der Support berechnet sich vom Perpetual List Price.
4. Plattformverfügbarkeit für Oracle
Die Produkte mit "Standard Edition One" im Namen dürfen nur auf Servern genutzt werden, die über maximal zwei Prozessor- Steckplätze verfügen. Die Oracle Database Standard Edition darf nur auf Servern genutzt werden, die über maximal vier Prozessor-Steckplätze verfügen. Bei Einsatz von Oracle Real Application Cluster darf die Summe der verfügbaren Prozessor-Steckplätze nicht größer als 4 im Verbund sein.
5. Plattformunabhängigkeit
Oracle Produkte sind auf allen gängigen Unix-, Linux- und Windows-Plattformen verfügbar. Das gewählte Produkt wird unabhängig von der Plattform erworben, für die es ausgeliefert wird. Im Rahmen eines gültigen Oracle "Software Update License & Support" Vertrages ist der Wechsel der Plattform kostenlos.
6. Support
Oracle bietet im Rahmen seiner Support Services "Software Update License & Support", welche zusätzlich in Anspruch genommen werden können. Die Kosten hierfür sind jährlich im Voraus zu entrichten. Ist ein Produkt einer Produktgruppe (z.B. Datenbanken) im Unternehmen bereits unter Support, so ist für alle weiteren Lizenzen innerhalb der Produktgruppe ein Supportvertrag erforderlich.
7. Weiterführende Links
Lizenzierungsratgeber – Oracle Software Investmentguide
http://www.oracle.com/us/corporate/ pricing/sig-070616.pdf
ORACLE License and Service Agreements
http://www.oracle.com/contracts